Mir geht das Gedudel auf den Sack!

100 pro wird der Begriff "Dudelsack" auch davon abgeleitet. Aber jetzt
mal ehrlich, dass ist echt das nervigste in Schottland, es gibt
Momente im Leben, da muss man den Sack auch mal zu machen. Okay, dass
war der letzte schlechte Wortzwitz für den Moment - versprochen.


Also wie ihr euch jetzt denken könnt, bin ich tatsächlich noch in
Schottland gewesen. Die schottische Hauptstadt Edinburgh war unser
Ziel. Mit dem Nachtbus ging es am Montag um 23 Uhr aus London los und nach einer halbschlafenden Nacht erreichte Megabus Edinburgh um kurz
nach halb acht am nächsten Morgen. Bedingt durch meine Müdigkeit und
den frischen Wind, kann ich nicht unbedingt von einem warmen
Empfang sprechen. Das lag am Wetter, wie Micha jetzt sagen würde. Also
ging es erstmal vom Busbahnhof zur Train Station, wo ich im Café Nero
auf Micha und Flo wartete. Mit 2 Tassen Kaffe und meinem Spiegel (das Nachrichtenmagazin) vertrieb ich mir also die Zeit, bis die Beiden dann
eintrafen. Schlau wie ich bin, holte ich mir noch ein paar
Expertentipps von Stefan und Götz, die vorher schonmal dort waren. Der Expertientipp mit der kostenlosen Walking-Tour war genial, eine
Stadttour über 3,5 Stunden, viele Geschichten, eine Menge Witz und
ein Guide der unschlagbar war. Man erkannte sofort wieviel Spaß er an
seiner Arbeit hatte und letztendlich verdient er daran ja auch, denn
du gibst was du geben kannst. Ob hugs, Alkohol oder Geld ist dir
überlassen und es scheint ein lohnenswertes Geschäft zu sein. Jeder
hat gegeben was er konnte und wollte, viele einen 5er, andere aber
auch 20 oder 30 Pfund. Also ist es eine faire und schlaue
Geschäftsidee, denn letztendlich kommt soviel dabei rum wie bei einer
kommerziellen Tour, mit der Ausnahme, dass Trinkgelder steuerfrei
sind. Der Anbieter heißt übrigens "neweuropetours.eu" und bietet auch
Touren in Dublin, München, Hamburg, Berlin, Jerusalem und vielen
anderen Städten an. Wir waren auf jeden Fall begeistert und haben so
einiges gesehen. Danach ging es zum Lunch und Hostel-Check-in, für
11,5 Pfund gab es ein Bett im 4er-Zimmer, was bis Dato der Beste Deal für eine Nacht war. Später nutzten wir noch die Happy Hour bei Starbucks und nach dem
Abendessen beim Mexikaner ging es dann zum Pubcrawling. Für 11 Pfund
waren 4 Pubs, ein Club, ein Bier und 4 Shots inklusive + weitere
Getränke Angebote. Also es war eine lustige Nacht und zum Leute
kennenlernen ist ein Pubcrawl das Beste was man machen kann. Ausserdem
haben wir noch den Jägerbomb-Train gesehen!

Am nächsten Morgen starteten wir den Tag mit einem Frühstück bei
Subway und fuhren anschließend zur "Rosslyn Chapel", der Ort des
"heiligen Grahls". Wie ein Myhtos einem das Geld aus der Tasche ziehen
kann ist auch unfassbar, der Eintritt liegt bei 6,1 Pfund
(Studentenpreis) und zu sehen gibt es nicht wirklich was. Die Kirche
ist klein und mehr als nur baufällig. Der Innenbereich ist schön,
viele Verzierungen aber das war's dann auch schon wieder. Naja, so
haben wir wenigstens zum Erhalt beigetragen, obwohl ich immernoch der
Meinung bin, dass rein wirtschaftlich gesehen ein Abriss und Neuaufbau
mehr Sinn macht, wobei ich dann wieder als Kulturbanause abgestempelt
werde. Zurück in Edingburgh gab es dann Lunch und anschließend wollte
ich dann mein Rückfahrtticket kaufen. Wenn ihr euch fragt, warum ich
das erst dann machen wollte, dann muss ich zugeben das ich mich das
auch frage. Logischerweise war der Bus ausverkauft und das andere
Angebot von 44,5 Pfund habe ich dann dankend abgelehnt. So blieb ich
dann ausserplanmäßig eine weitere Nacht und im Nachhinein war das
garnicht schlecht, nur teurer. Als wir durch die Straßen liefen schien
uns eine Regenwolke zu verfolgen und wir lernten das schottische
Wetter kennen. Der Unterschied zwischen Sonne und Regen kann manchmal
wirklich 20 Meter ausmachen oder eine Ampelkreuzung. Ich
verabschiedete Flo und Micha am Bahnhof und es war schon wieder ein
Abschied, denn so bald sieht man sich nicht wieder, da wir alle
zeitnah zurückfahren. In diesen Momenten merkt man immer, wie wenig
Zeit uns in diesem Abenteuer noch bleibt. Schade drum. Ich ging wieder
zurück zum Hostel und nahm am hosteleigenen Pubcrawl teil, wieder
waren es so um die 20 Teilnehmer und es war ein lustiger Abend, da man
echt schnell Anschluß findet. Amis, Australier, Kanadier und und und
Leute von überall her, es macht echt Spaß und wir hatten nen geilen
Abend. Donnerstagvormittag ging es dann mit dem Bus wieder zurück nach
London, durch schöne Landschaften, entlang dem Meer, vorbei an
Schaafen und Kühen und tolles Wetter gab's umsonst dazu. 2 Stunden
vor London hatte der Bus dann eine Panne und wir warteten eine Stunde
auf einen Ersatzbus. Aber auch hier zeigten die Engländer Humor, nach
der Pannen-Durchsage spielte der Busfahrer "Always look on the bright
side of life" und hatte die Passagiere sofort auf seiner Seite.
Letztendlich kam ich dann eine Stunde später als geplant an.

Freitag ging es dann wieder arbeiten, Alan war von den zwei Stunden die ich da war 15 Minuten wach. In der Zeit erzählte ich ihm von meinem Berlin und Edinburgh Aufenthalt und danach schlief er sofort wieder ein. Ich traf mich später noch mit Diana auf ne Happy Hour bei Starbucks und am Abend dann auf nen Kerle-Abend mit Götz, Jonas und Lars, da die
Mädels eine Ladys-Night hatten. Nach ein paar Drinks ging es dann zum
ersten Mal ins
Casino in England, wo ich mit einem Plus von 15 Pfund rausging.
Anschließend ging es noch zu Jonas, wo wir eine Ewigkeit mit
Gesprächen über Gott und die Welt verbrachten.
Der Samstag wurde dann an der Oxford Street gestartet. Diesmal
erfolgreich für alle von uns. Anschließend ging es zu Michelle auf
nen Stück Kuchen und später wieder zu Jonas um such für die
anstehende Night-out in Stimmung zu bringen. Nach einer Ewigkeit ging
es mal wieder ins Purple Turtle und es war der Hammer! Wir hatten
schon so einige geile Clubnächte aber diesesmal war es die Steigerung
des Superlatives von "unfassbar geil". Ehrlich, legendär, es wird in
die Analen der Londoner Clubgeschichte eingehen. Wir haben durchgehend
alles gegeben, mitgegrölt, getanzt und brauchten vor Erschöpfung
einen eigenen Wasserspender. Durchgeschwitzt und total K.o. ging es
dann mit dem Nachtbus nach Hause, wo jemand noch ne Dose Bier springen ließ.


Am Sonntag schlenderten wir entspannt durch den Camden Market aber ich habe nichts von dem bekommen, was ich haben wollte. Da der Tag nach der vorausgegangenen Nacht spät startete, fuhren wir nach ein paar Stunden auch schon wieder weiter, es ging zum Dinner beim Kolumbianer.
Ich war vom Essen nicht ganz überzeugt und böse Zungen sagten sogar
"Es ist kein Wunder, dass kolumbianische Restaurants rar sind".
Letztendlich ließen wir den Abend im Pub ausklingen und gingen dann
erschöpft unserer Wege.

Also haltet die Ohren steif,

Nico

23.5.11 21:22

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