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Da isser wieder, der neue Blog.

Die vergangene Woche war entspannt.

Alan ist weiterhin im Hospitz und
stand Montag (16.5) wird er dort nun doch bleiben. CSV wird keinen
weiteren Volunteer stellen, da man die mentale Belastung, jemandem
beim sterben zu zusehen, keinem Volunteer auflasten kann (zum Glück
bin ich ja hier). Das Hospitz hat Arlene für den nicht allzu fernen
Abschied sensibilisiert, sie meinte zu mir, dass es sich um Wochen,
nicht um Monate handelt. Ich denke, dass sie es eingesehen hat und das eine gute Sache ist. Das Bad ist fertig aber Alan nach Hause zu holen, steht derzeit glücklicherweise nicht zur Debatte. Eventuell auch eine Kostenfrage?! Man würde einen Vollzeitpfleger benötigen und zwei
Krankenschwestern die 4 mal täglich kommen.

Ich habe mich auch soweit mit dem abgefunden, schon weitaus früher als Arlene aber dennoch war der Dienstag im Hospitz nicht leicht. Alan lag unbequem als ich ankam und als ich ihn ansprach fing er an zu weinen und hörte damit für 20min nicht auf. Selbst die Krankenschwestern wussten nicht weiter und gaben ihm eine Beruhigungsspritze. Daraufhin
schlief er wieder ein und als er aufwachte, begannen das Spiel von
vorne. Es gab also wieder eine Spritze. Ich glaube, dass Alan im Kopf
noch klar genug ist, um zu wissen was passiert. Er verzweifelt daran,
was verständlich ist aber kann selber nicht mehr kommunizieren, kein
Sprechen, keine Händedruck, kein Blinzeln zur Kommunikation. Er liegt
einfach nur noch da und starrt dich an oder vor sich hin. Ich weiß
nicht ob man sich selber, als Patient, damit abfinden kann aber es
muss die Hölle sein! Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass ich selber nur hilflos neben seinem Bett stehe und selber nichts machen kann. Was auch? Und gerade am Dienstag als er nur weinte, hat es mich berührt, so ganz Abstand bekommt man wohl doch nicht.

Der Rest der Woche war dafür schön. Montag gabs nen Kaffe im Green
Park und Mittwochabend nen Spaziergang entlang der Thamse. Am
Donnerstag ging es dann auf nach Berlin. Es war ne knappe
Angelegenheit, da die Tube echt ewig nach Heathrow braucht und man
mich zum falschen Gate lotste, letztendlich war ich dann aber doch 5 min vor Deadline eingecheckt. Der Flug war entspannt und ich muss
sagen, dass die Tomaten/Mozarella/Relish -Sandwichs
echt lecker sind, die BMI stellt. In Tegel wurde ich dann von Paul
abgeholt und ganz ehrlich, es ist unfassbar wie viel man sich zu
erzählen hat, obwohl er ja im Februar bei mir war. Danke nochmal fürs
abholen Paul!


Freitag fuhr ich mit meiner holden Frau Mama einkaufen und zum Frisör,
die fahrt dauert keine 2 min aber dennoch habe ich es geschafft vom
Blitzer erfasst zu werden. Ich hoffe mal das es weniger als 21 km/h zu
viel waren, sonst wirds wirklich teuer. Zum Kaffetrinken begann dann
die goldene Hochzeit meiner Großeltern mütterlicher Seits. Ich finde
es unglaublig, dass man seit 50 Jahren mit dem gleichen Partner
verheiratet ist und immer noch glücklich! Schön, dass es sowas gibt.
Bei Familienfesten ist es auch immer interessant, was man so über
seine Familie erfährt, vor allem sind es Dinge, die man vorher nicht
wusste und die einen überraschen. Also hört der buckligen
Verwandschaft beim nächsten Familienfest mal zu und ihr werdet überrascht sein was man da so mitbekommt. Die Feier an sich war
altersgerecht, Kuchen, Buffett, Entertainer und natürlich trugen auch
wir unseren Teil dazu bei.

Samstag ging es dann vormittags zu Oma, ein paar Stunden den Garten
auf Vordermann bringen und später durfte ich mich dann meinem
Papierkram zuwenden, was alles so anfällt in 5 Monaten. Dann war auch schon wieder Abends und es wurde gegrillt und danach war ich zu müde um noch feiern zu gehen, es wurde deshalb der "Eurovision Song Contest" verfolgt. Ein beeindruckendes Opening war es und der Rest
plätscherte eben so vor sich hin, dennoch waren Anke Engelke und
Stefan Raab die großen Sieger des Abends. Musikalisch war es sehr
gemischt, wie ein ESC halt so ist und die Punkteschieberei wurde auch
durch die neu eingeführte Jury nicht verhindert. Schade. Mein
Favoriten waren übrigens Island und Schweden.

Sonntag hab ich dann meinen Koffer ausgeräumt und es blieb wenigstens
Zeit sich auf einen Kaffe mit Lisa zu treffen aber sonst hab ich echt
keine Zeit für irgendwas gehabt. Nach dem Abendessen ging es dann auch
schon wieder zum Flughafen, mit leerem Koffer. Nach der nächtlichen
Ankunft habe ich dann noch einen sehr spontanen Kurztripp nach
Edinburgh gebucht und keine 24 Stunden später soll ich schon im Bus
dahin sitzen. Aber darüber berichte ich dann nächste Woche.

16.5.11 21:18

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