Klappe - die Letzte! Die große Abrechnung


Das war's, Ende, vorbei, meine Auslandszeit ist abgelaufen und jetzt
fühle ich mich gerade irgendwie leer. Ich hab Teile des finalen Blogs
zuvor verfasst, um möglichst alles einzubringen was mir in den Sinn
kam und um meine Meinung, Gefühle und Ansichten zu verschiedenen
Zeitpunkten zu integrieren.

Ich gehe mit gemischten Gefühlen, einmal happy meine Family und alte
Freunde wiederzusehen und auch das das Projekt endet freut mich, wobei
man zwangsläufig eine Verbindung zueinander aufbaut. Aber ich bin auch
traurig das diese geile Zeit vorbei ist (und die Trauer überwiegt
gerade), wer weiß ob und wann ich alle wiedersehen werde? So sein wie
hier wird es eh nie wieder aber evtl. weil die Zeit begrenzt ist. In
so manchen habe ich extrem gute Freunde gefunden Jana, Pia, Silke und
Sunny auf jeden Fall sowie Götz und Jens, Jonas und Sexy-Stefan und
und und ... (alle in alphabetischer Reihenfolge, um keinen zu
benachteiligen) Aber zu den allen
später mehr.

Bevor ich nach England kam wurde mir gesagt, dass es das Jahr meines
Lebens werden würde. Um es vorweg zu nehmen, ich weiß nicht ob es das
war, teilweise sicherlich, teilweise aber auch nicht. Es war ein
Besonderes, das Jahr was ich am intensivsten gelebt und erlebten habe,
eine durchgehend andere Erfahrung, ein ungestopptes Abenteuer und ja
auch eine große Herausforderung.

Als ich im Januar 2010 das erste Mal von der Möglichkeit gehört
hatte, seinen Zivi im Ausland zu machen, war ich dafür sofort Feuer
und Flamme. Ich konnte mir einen Traum erfüllen, den ich schon lange
hatte. Ein Auslandsjahr! Eine tolle Erfahrung, die Verbesserung der
Sprachkompetenz, eine Reifeprüfung, Selbsständigkeit,
Unabhängigkeit, ein Ausbruch aus dem normalen Leben, neue Leute, neue
Stadt anderes Land und ganz nebenbei sogar noch ein schöner Punkt in
meiner Vita.

Eventuell sollte ich auch erwähnen, dass das ganze Szenario recht
aufwendig war. Massenhaft Papierkram, Vorstellungsgespräch,
Vorbereitungskurse, Beurteilungen, Einschätzungen, Nachweise,
Bestätigungen und finanzielle Aufwendungen, die nicht zu verachten
waren. Vermittlungsgebühr, Reisekosten zu den Seminaren, dem
Vorstellungsgespräch und natürlich nach England. Ein "Taschengeld"
das für die Arbeit, die ich geleistet habe eine Frechheit war (Die
Putze hat für 4 Stunden arbeit mehr bekommen) und ein teures Leben in
London. Alter Vadder....aber ich lebe noch.

Wer meinen Blog ab und zu verfolgt hat weiß, dass die Zeit hier nicht
immer super war, ich hatte zwei extreme Tiefpunkte, die mir ihrerzeit
wirklich schwer zugesetzt hatten, aber nach jedem Tief kommt auch ein
Hoch. Ich konnte in dieser Zeit auf einige Leute zählen, welche mir
mit Rat und Tat zur Seite standen, mich aufbauten und zuhörten,
Tips gaben und einfach da waren als ich jemanden brauchte. DANKE dafür

Wie es bei Rückblicken so üblich ist, muss, werde und möchte ich ein
paar Menschen danken. Natürlich meiner Familie, die meine Pläne immer
befürwortet hatte, mich moralisch unterstützt hat und mir immer mit
Rat und Tat zur Seite stand. Gerade in dieser Zeit habe ich gemerkt
wie wichtig und schön es ist, einen guten familiären Rückhalt zu
haben und wie wichtig mir meine Familie ist. (Obwohl ich mir dessen
vorher bewusst war) Ich fand es schön zu meinen Großeltern mit
dem guten alten Brief Kontakt zu halten und manchmal habe ich gemerkt
wie wichtig ein paar kleine Worte sein können, wenn man weiß das sie
von Herzen kommen. In diesen Momenten habe ich gemerkt, dass ich auch
ein emotionaler Mensch sein kann, was mir sicherlich nicht alle
zutrauen würden.

Des weiteren Danke ich meinem Arbeitgeber, der meine Pläne vom Anfang
an unterstützte. Ich danke VIA e.V, für das Angebot eines ADiA und
damit der Grundlage für dieses Projekt. Danke an meine Bank für eine
funktionierende Kreditkarte, die mein Leben hier gesichert hat.

Jetzt möchte ich doch nochmal auf meine wichtigsten Weggefährten
eingehen, dass coole ist, dass sich viele vom anderen in ihrer Art
einfach total unterscheiden. Wir haben die "auf sie mit Gebrüll Typen"
aber auch den eher schüchternen, es ist schwer zu beschreiben und für
aussenstehende auch nicht immer nachvollziehbar aber wir waren ne
homogene Truppe und deswegen hat es gepasst.

Jana: du hast mein Frauenbild zerstört nach der einen Unterhaltung
im Februar (ein INsider mit Wortwitzpotential) aber dennoch erinner
ich mich gerne an die geile Zeit zurück. Es war cool einfach mit dir
auf der "Freundschaftsschiene" durch die City zu düsen, gemeinsam um
den Pandora-Crepes-Laden zu trauern oder einfach zusammen über blöde
Witze zu lachen und über die dicken, unhübschen Britinnen mit viel zu
kurzen Röcken und Orangenhaut (wobei es schon Orangenplantagen waren)
bis zur Ferse zu lästern. Du warst für jeden Scheiß zu haben und
hasst keine Party ausgelassen - well done "du Grund für die globale
Erderwärmung" und Danke für den Spaß und unsere Dates mein Herzblatt.
(Und unter uns, ich kenn dich auch anders als fett, hässlich und
ungeschminkt, aber sags nicht weiter!)

Pia: du hast die ehrenvolle Aufgabe mein Buddy zu sein mit Bravur
gemeistert, warst ein guter Ratgeber, Zuhörer und dafür, dass du dir
von mir immer ein Ohr abkauen lassen hast danke ich dir. Ich hab
unsere Buddy-Dates echt genossen und hab in dir eine sehr gute
Freundin und mein Kummerkissen gefunden. Und von Zeit zu Zeit musste
ich sogar herhalten und war dabei stets bemüht dir das gleiche
zurückzugeben. Bis zum Schluß habe ich immer wieder andere Seiten an
dir entdeckt und war manchmal geschockt oder positiv erfreut, wie ich
mich so verschätzen konnte. Solltest du in Berlin studieren, erwarte
ich, dass du deinen Buddyauftrag weiterhin ausführst und ich bin
gespannt um wieviele Kapitel ich meine Einschätzung erweitern werde.
Aber neben den ruhigen Momenten gab es auch so einige geile Partys,
Disconächte und viele lustige Buddy-Dates, du hast dich regelmäßig
um Kopf und Kragen geredet und auch das bringt so einige Erinnerungen
auf. Danke dafür, für die leisen und lauten Momente und für alle
gemeinsamen - also lass uns mit nem Drink
anstoßen "halb Vodka, viertel Cola" und was liegt anschließend näher
als die Frage, "woll'n wa rummachen"?

Silke: Auch du hast einen nicht ganz geringe Anteil an lustigen
Sache , die mir in Erinnerung bleiben werden. (Auch wenn du über nicht
alle so gut lachen kannst wie ich) Das erste an was ich denke, ist
das an das du wahrscheinlich auch denken wirst. Weil du weißt ja,
"wir verstehen uns".
Wir hatten eine geile Zeit und es schwebt gerade so einiges in meinen
Erinnerungen rum. DER Mega-Purple Turtle Abend zum Beispiel oder auch
der Abend, der von euch (speziell
dir) kurzfristig umgeplant wurde.
Ich kann nicht zählen wie häufig du ein guter Ratgeber warst aber du
warst es oft und dabei immer eine gute Hilfe! Aber auch auf der Piste warst du immer
vorne mit dabei du kleine Rampensau! Zum Ender meiner London-Zeit gehörtest du zu meiner Wochenend-Grundausstattung und was man manchmal so erlebt hat, bleibt besser unter uns . Danke für die coole Zeit, es war
soooo geil!

Sunny: du verstehst eh nicht was ich schreibe, also lass ich's gleich.
Aber du weißt das das Fazit mehr als positiv ist und du ne geile Sau
bist. Thanks sweetheart for cooking, laughing, flirting, the fun, the
partys, your hot outfits and you know "Sunny, yesterday my life was
filled with rain...."!

Götz: du warst einer meiner treusten Gefährten bei Wochenendtrips,
der Urlaubswoche, Partys und jedem anderen Scheiß. Gerade in der
Angangszeit waren wir nahezu unzertrennlich. Wir haben so einiges
erlebt, noch mehr gelacht und noch viel mehr gesoffen (ich könnte da
Sachen erzählen...). Es war ne hammer Zeit, die ich nicht missen will
und an der eine Menge Erinnerungen hängen. Danke für all die geilen
Sachen, die MEGA-Sprüche ( No(r)way/ Ich bin nicht Assi, ich bin
niveauflexibel/ und viel mehr) und die Sachen die man geinsam gelernt
hat (z.B das "good Value Cola" noch widerlicher schmeckt als Smirnoff
pur und das schönsaufen funktionert). Was bleibt mit mehr zu sagen?
Danke!

Jens: mein Überflieger, auch wenn du gefühlt mehr Zeit in Berlin als
in England verbracht hast warst auch du dabei wenn es um etwas ging,
wer erinnert sich nicht an den "ruhigen Pubabend" in Reading? An das
Karaoke in London, die Royal Albert Hall und eure Cocktailbar-Story in
Clapham. Man man, wie viel mir davon für Ewigkeiten im Gedächtnis
bleiben wird, das Highlight war aber wahrscheinlich unsere 4-er
Seifenoper und du hast das zu dem gemacht was es war! Auch du zählst
zu den eher Zurückhaltenden aber gerade das gab uns viele lange und
persönliche Gespräche und teilweise auch ernste und ruhige Momente.
Danke für all das und man sieht sich hoffentlich in der Heimatstadt.

Jonas:
wir haben uns wahrscheinlich so mit am häufigsten gesehen und
bei dir immer eine offene Tür zu haben, war ne geile Sache. Auch wenn
du eher der ruhigere Part unserer Clique warst, hatten wir echt
richtig viel Spaß und deine Home-Partys könnten legendär werden. Wir
hatte auch unter der Woche ne coole Zeit und auch wenn's noch so
spontan war hat sich immer irgendwas ergeben. Du warst der der uns
auch mal auf den Teppich zurückgeholt hat und egal was es alles war
und wie viele Facetten es auch hatte - es war der Hammer! Danke!

Stefan: du weißt wie sehr ich deine Anwesendheit bei Partys, Trips und
allen anderen Aktivitäten schätze. Auch wenn wir uns nicht ganz
regelmäßig gesehen haben bleiben so einige Erinnerungen hängen.
Viele lustige Aktionen, den Gewinn beim Karaoke-Contest, Party's bei
Jonas, geile Sprüche und ne gemeinsame Zeit, die ich wirklich
genossen habe. Sexy-Silly Sausage-Stefan, Danke und hier kann ichs ja
zugeben, es gibt etwas worum ich dich wirklich beneide - dein türkises
Olymp-Hemd!

Wenn ich gerade bei den mir Nahestehenden bin, darf ein Kommentar zu
unsere 4er-Seifenoper (viele wissen wer und
was gemeint ist) nicht fehlen. Ich bin mir sicher, dass sich kein
Drehbuchautor unsere Geschichte hätte ausdenken können. Die besten
Storys schreibt doch immernoch das Leben selbst und wir saßen oft
lachend, teilweise verzweifelt, ungläubig und manchmal fassungslos da.
Man braucht nicht viel für diese Story denn wir 4 Hauptdarsteller haben
wirklich gereicht und wenn unsere Leben alle schlechter laufen als zu
erwarten ist, dann verkaufen wir das ganze Ding an RTL und haben
ausgesorgt. Also Psssssttttt...

Ich könnte noch auf so viele Weggefährten, Freunde und Mitstreiter
eingehen aber das würde den Rahmen sprengen aber dankbar bin ich den
anderen auch. Es ist irre was ich alles in relativ kurzer Zeit erlebt
habe, was passiert ist und wie sich alles entwickelt hat. Wie schnell
man Menschen in sein Herz schließt und wie wichtig einem teilweise
sogar kleine Dinge sein können. London hat mir gezeigt, dass Freunde
die Familie sind, die man sich aussuchen kann und ich scheine ein
Glückspilz zu sein, dass meine mir gegebene und meine ausgesuchte
(auch in Deutschland) Familie so großartig ist.

Und nun das Thema auf das alle warten, die es nicht eh schon wissen:

Frauen! : Ich formuliere es mal so, ich gehe davon aus, dass der Papst
wahrscheinlich mehr Messdiener hatte als ich Mädels - schlauer seid
ihr immer noch nicht aber was soll's. Der Gentleman genießt und
schweigt.

Arbeit: Es ist so wie es schon zu Anfang war, ich habe die Tätigkeiten
nicht genossen, habe mich aber durchgebissen und bin an dem Projekt
und meinen Aufgaben gewachsen. Es gab selten Situationen, die
mich überforderten aber es gab sie. Ich hab
mich an viele Dinge gewöhnt die in mir vorher wahrscheinlichen einen
Brechreiz ausgelöst hätten, in diesem Sinn wurde ich abgehärtet. Ich
hab bis zum Schluß versucht keine zu persönliche Beziehung zu meinen
Service Usern aufzubauen und ich denke, dass mir das auch teilweise
gelungen ist. Mir tat Alan mit seinem stetig schlechter werdender
Zustand leid aber ich hab es meistens geschafft die Umstände nicht zu
nah an mich heran zu lassen. Auch wenn es hart klingt, man muss eine
"professionelle Gleichgültigkeit" walten lassen, um die mentale
Belastung gering zu halten. Sein Zustand und die Umstände entsprachen
einem "Tod auf Raten" und das täglich gesehen zu haben war für alle
ihn umgebenden Personen und auch für ihn selber eine psyschische
Belastung, die ich anfangs unterschätzt hatte. Die Frage, bis zu
welchem Punkt sein Leben lebenswert war kann ich nicht beantworten.
Ich denke, dass es das das letzte halbe Jahr auf jeden Fall nicht mehr war.
Dennoch kam ich mit ihm fast immer sehr gut klar, lediglich Arlene hat
mit das Leben teilweise schwerer gemacht als es notwendig war. Sie
kann sehr aufbrausend und manchmal auch respekt- und taktlos sein. Es
gab so einige Situationen über die ich mich aufgeregt habe und so
einige Andere bei denen ich dacht, alte kranke Frau. Sie hat das
Geschick in einer Kleinigkeit einen Weltuntergang zu sehen.. Aber sie
hatte auch ihre überaus freundlichen Momente, sorgsam, lustig,
hilfsbereit, sodass es relativ ausgeglichen war. Dennoch bleiben die
negativen Ereignisse länger im Kopf und ich denke, dass man jemandem
der eine nahezu kostenlose Arbeitskraft ist mehr Dank entgegenbringen
sollte, als sie es tat. (Obwohl mir ihre Familie und Freunde oft
sagten wie glücklich sie ist, mich da zu haben)
Dennoch bewunder ich etwas an ihr, diese Stärke mit der
Gesamtsituation so umzugehen wie sie es tat und das sie trotz aller
Rückschläge gekämpft hat. Ich ziehe davor wirklich meinen Hut! Es
gibt mit Sicherheit nicht viele die das Ganze so durchgestanden hätten
wie sie es tat. Zum Ende meiner Zeit hatten wir ein gutes Verhältnis
und ich habe echt nette Seiten an ihr kennengelernt und es freut mich,
dass man wenigstens "freundschaftlich" auseinander geht. Ich denke,
dass Alans Aufenthalt im Krankenhaus und Hospitz ihr ein wenig Ruhe
und Beruhigung gebracht hat, hauptsächlich da die Verantwortung bei
anderen lag. Sein letztendlicher Tod hat sie entlastet und ihr ihr
Leben zurückgegeben. Egal wie traurig Alans Ableben auch ist, sie hat
ihre eigenes Leben jetzt wieder.

Finanzen: Meinen erhofften Zielkorridor habe ich leider nicht
eingehalten, sondern um einiges überschritten. Jedoch trauer ich der
Investition "Auslandserfahrung" nicht hinterher. Es war nicht billig
aber das war's wert! Ich würde für diese gesammelten Erfahrungen, den
Spaß und meine eigene Weiterentwicklung und Horizonterweiterung sofort
wieder diese Summe ausgeben. No doubt! Es ist das erste Mal, dass ich
meine Ausgaben wirklich notiert habe und es ist überraschend wie sich
kleine Summen zu einer großen aufbauen. Ich hätte mich bei Summen die
man über das Jahr so ausgibt oftmals total verschätzt oder würded
ihr euren Kaffeekonsum auf 195 Pfund schätzen?

Zahlenspiel: 276 Tage UK (+ 8 in der Heimat und 10 in Frankreich),
107 neue Facebookfreunde (was ne Leistung), 1 Projekt, 34 Briefe und
Karten aus der Heimat, 1 Krankheit, 1 Geburtstag ohne Familie, 2
Heimattrips, 1 Wochenende in Wales, 2 Londoner Flughäfen die ich nicht
gesehen habe, 1 paar wirklich gute Freunde, 3 mal Besuch aus der
Heimat, Leute von 4 Kontinenten kennengelernt, 2 Volunteer Days, 1
Englandrundreise, 2 totale Tiefpunkte, 1 mal London Eye, 1 royale
Hochzeit, 1 Polizei angerufen, 8 mal geflogen, 0 Schlägerein, 1
verlorene Oyster Card, 3 mal 10 Pounds gefunden, 84 Blogeinträge, 1180
Blogbesucher, 2 Gästebucheinträge

Insider und Sprüchesammlung:

"Ich bin nicht assi, ich bin nieveauflexibel"
"Die Nutten, die sind raffiniert, die nehmen die Kohle auch an!"
"Woll'n wa rummachen?"
"No(r)way"
"Frauen sind wie Parkplätze, die Besten sind vergeben und der Rest ist
für Behinderte."
"Tarzan"
"hälfte Vodka, viertel Cola"
"Syphillis Sylv"
"lieber widerlich als wieder nich'"
"Im Matrix, im Matrix"
"Mit der Machete durch den Jungle"
"ich hab lust auf nen ruhigen Pubabend"
"Sooo fluffy I'm gonna die"
"Die nicht-britischen Volunteers, die haben doch alle genug Geld
hinter sich"
"Ich dachte Katie hätte Silvester bei Mc Donald's gefeiert"
"War es die? - Ja!? - Sei froh das ich's dir damals versaut habe. -
Ja, Danke dafür!"
"Was du machst ist ja keine richtige Arbeit. - Dafür bekomm ich ja
auch kein richtiges Geld!"

" Nico, warum trittst du mich?"
"Ich hab dich gehört als du gestern um 2 nach Hause kamst. - Ich kam
aber erst um 4. - Ja, da war es auch nochmal laut!"
"Nico?! Was machst du hier???? - Ähm...ich wohne hier!?"
....und soooo viele mehr!

Kommen wir nun zu meinen favourites in England:

Restaurants: Nandos, Jamie's Italian und Wagamama

Pubs/Bars: Wheatherspoons, Yates, O' Neils

Clubs: Purple Turtle, Purple Turtle und ZooBar

Städte: London, Liverpool, Manchester

London's parts: Es gibt zu viele! Covent Garden, Green Park, Kennwood
House & Estate und Canary Wharf, Leicester Square und und und...

Coffee Shops: Costa, viele kleine private und Cafè Nero

Musicals: We will Rock you, Wicked, Chicago

Songs:
Mambo Nr. 5, Elvis ain't dead, Billionaire, Fuck You, Dirty Bit

Jetzt gilt es noch einen passenden Abschluß zu finden, was schwerer
ist als gedacht. Viele von euch haben
meinen Blog ab und an, manche sogar regelmäßig verfolgt. Ich hoffe
ihr habt euch gut informiert und
auch gut unterhalten gefühlt. Ich habe versucht, alle Erlebnisse zu
schildern, oftmals humorvoll, manchmal ernst und teilweise sogar
emotional. Durch diesen letzten Eintrag wird das Abenteuer beendet und
eine kleine Träne opfer ich dafür. (wobei ich mir aber einen "wie
das wiedereinleben ist"-Bericht vorbehalte)
Mir selber diesen Traum zu erfüllen war wahrscheinlich einer der
besten Entscheidungen die ich treffen konnte. Ich bin glücklich und
ich möchte meine Erfahrungen aus den letzten 9 Monaten gegen nichts
eintauschen, weder die Guten noch die Schlechten. Ich hab einen
Schritt gemacht, der mich einfach extrem weitergebracht hat und von
dem ich hoffentlich in Zukunft profitieren werde. Ich weiß, dass ich
die Zeit vermissen werde, dass ich die Leute vermissen werde, dass ich
mich in der Zeit verändert habe und dass mein Leben um ein extrem
spannendes, interessantes, erfahrungsreiches und teilweise auch
exzessives Kapitel erweitert wurde. Es war geil, ohne Wenn und Aber!

Ich danke euch nochmals fürs lesen
meines Blogs, fürs Begleiten durch diese Zeit und jetzt habt ihr die
Möglichkeit mir nochmal eure Meinung zu geigen, ins Gästebuch, als
Kommentar oder wie auch immer ihr es tun wollt.

Ich habe lange über die Abschiedsworte meines Blogs nachgedacht und
freu mich zu einem Zeitpunkt zu gehen, wo sogar noch manche "schade"
sagen und in meiner Großkotzigkeit möchte ich noch anfügen: "wenn
der Hauptdarsteller von der Bühne geht, so hat das Folgen für die
Statisten, aber die Show geht trotzdem
weiter."

Danke,

euer Nico

2 Kommentare 22.6.11 16:15, kommentieren

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The Worst Case

Ich habe den Blog diesmal klar geteilt, denn es gibt einmal über mein
Wochenende zu berichten und einmal über Alan.

Wir fangen mit der traurigen Nachricht an.
Seit Anfang des Jahres war es abzusehen, dass Alans Lebenserwartung
begrenzt ist und spätestens seit seinem mehrwöchigem
Krankenhausaufenthalt war mir klar, dass das auch in meiner Zeit hier
passieren kann. Es ist jetzt passiert, der Super-Gau meines Projektes
ist zum Status Quo geworden.
Alan verstarb am Donnerstag, dem 26. Mai 2011, drei Wochen bevor mein Projekt eigentlich enden würde.

Am Mittwochabend schickte mir Arlene eine Sms, dass sie nicht nach
Hause kommen wird. Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass es ernst
wird, denn sie hatte bis dato noch keine Nacht im Hospitz verbracht. Am Donnerstagmorgen kam dann ihr Anruf, mit der traurigen Nachricht. Ich muss zugeben, auch wenn man sich darauf
vorbereiten konnte und auch wenn man mit dem Fall gerechnet hat und man das Szenario gedanklich durchgespielt hat, die Todesnachricht zu bekommen war dennoch ein Schock für mich. Ich war einerseits
sprachlos, andererseits getroffen und irgendwo auch hilflos. Ich würde
nicht unbedingt sagen das es große Trauer war, eventuell im ersten
Moment aber im Zweiten war ich froh, dass Alan erlöst wurde.

Alans gesundheitlicher Zustand war seit langem schon nicht mehr
lebenswert, ich denke daher, dass es letztendlich eine späte Erlösung
war. Sowohl für ihn als auch für Arlene und die Familie. Ich muss
sagen, dass jeder einen relativ gefassten Eindruck macht, fast schon
erleichtert, eventuell weil es absehbar war?! Auch mir wird von jeder
Seite Hilfe angeboten, sowohl von Arlenes Familie und Freunden als
auch von CSV (die mir sogar professionelle Unterstützung angeboten
haben) und ganz besonders von meinen Leuten hier. Ich fühle mich zwar nicht niedergeschlagen aber es ist gut die Unterstützung und den Halt in der Hinterhand zu haben. Danke dafür!
Ich gehe davon aus, dass ich dennoch bis zum 11. Juni bleiben werde,
denn mit mir hat keiner über etwas anderes gesprochen. Sein Beisetzung wird am Freitag sein und davor hab ich ein wenig Angst.

Nun zu meinem Wochenende. Der Samstag verlief relativ ruhig, zumindest tagsüber. Am Abend ging es dann zu Jonas das Champions League Finale gucken und später ins Putple Turtle. Wiedermal eine echt gute Nacht,
laut, exzessiv und ziemlich sexy (unsere Stangentänzer).

Sonntag, ja er war speziell würde ich sagen. Erst missglückte unser Versuch Musicaltickets zu bekommen (obwohl wir echt früh da waren) und dann missglückte die Kommunikation teilweise (oder reihenweise?!).
Eventuell weil der Tag zu früh begann. Letztendlich plätscherte alles so vor sich hin, Kaffe an der Oxford Street, Abendessen in Chinatown und
das Highlight war der Kinobesuch zu "The Hangover, Part II". Also wer
den ersten Teil gut fand, wird vom Zweiten begeistert sein! So endete
mein vorletztes Wochenende in England...hmmmm eigentlich will ich
garnicht zurück.

3 Kommentare 31.5.11 11:42, kommentieren

Mir geht das Gedudel auf den Sack!

100 pro wird der Begriff "Dudelsack" auch davon abgeleitet. Aber jetzt
mal ehrlich, dass ist echt das nervigste in Schottland, es gibt
Momente im Leben, da muss man den Sack auch mal zu machen. Okay, dass
war der letzte schlechte Wortzwitz für den Moment - versprochen.


Also wie ihr euch jetzt denken könnt, bin ich tatsächlich noch in
Schottland gewesen. Die schottische Hauptstadt Edinburgh war unser
Ziel. Mit dem Nachtbus ging es am Montag um 23 Uhr aus London los und nach einer halbschlafenden Nacht erreichte Megabus Edinburgh um kurz
nach halb acht am nächsten Morgen. Bedingt durch meine Müdigkeit und
den frischen Wind, kann ich nicht unbedingt von einem warmen
Empfang sprechen. Das lag am Wetter, wie Micha jetzt sagen würde. Also
ging es erstmal vom Busbahnhof zur Train Station, wo ich im Café Nero
auf Micha und Flo wartete. Mit 2 Tassen Kaffe und meinem Spiegel (das Nachrichtenmagazin) vertrieb ich mir also die Zeit, bis die Beiden dann
eintrafen. Schlau wie ich bin, holte ich mir noch ein paar
Expertentipps von Stefan und Götz, die vorher schonmal dort waren. Der Expertientipp mit der kostenlosen Walking-Tour war genial, eine
Stadttour über 3,5 Stunden, viele Geschichten, eine Menge Witz und
ein Guide der unschlagbar war. Man erkannte sofort wieviel Spaß er an
seiner Arbeit hatte und letztendlich verdient er daran ja auch, denn
du gibst was du geben kannst. Ob hugs, Alkohol oder Geld ist dir
überlassen und es scheint ein lohnenswertes Geschäft zu sein. Jeder
hat gegeben was er konnte und wollte, viele einen 5er, andere aber
auch 20 oder 30 Pfund. Also ist es eine faire und schlaue
Geschäftsidee, denn letztendlich kommt soviel dabei rum wie bei einer
kommerziellen Tour, mit der Ausnahme, dass Trinkgelder steuerfrei
sind. Der Anbieter heißt übrigens "neweuropetours.eu" und bietet auch
Touren in Dublin, München, Hamburg, Berlin, Jerusalem und vielen
anderen Städten an. Wir waren auf jeden Fall begeistert und haben so
einiges gesehen. Danach ging es zum Lunch und Hostel-Check-in, für
11,5 Pfund gab es ein Bett im 4er-Zimmer, was bis Dato der Beste Deal für eine Nacht war. Später nutzten wir noch die Happy Hour bei Starbucks und nach dem
Abendessen beim Mexikaner ging es dann zum Pubcrawling. Für 11 Pfund
waren 4 Pubs, ein Club, ein Bier und 4 Shots inklusive + weitere
Getränke Angebote. Also es war eine lustige Nacht und zum Leute
kennenlernen ist ein Pubcrawl das Beste was man machen kann. Ausserdem
haben wir noch den Jägerbomb-Train gesehen!

Am nächsten Morgen starteten wir den Tag mit einem Frühstück bei
Subway und fuhren anschließend zur "Rosslyn Chapel", der Ort des
"heiligen Grahls". Wie ein Myhtos einem das Geld aus der Tasche ziehen
kann ist auch unfassbar, der Eintritt liegt bei 6,1 Pfund
(Studentenpreis) und zu sehen gibt es nicht wirklich was. Die Kirche
ist klein und mehr als nur baufällig. Der Innenbereich ist schön,
viele Verzierungen aber das war's dann auch schon wieder. Naja, so
haben wir wenigstens zum Erhalt beigetragen, obwohl ich immernoch der
Meinung bin, dass rein wirtschaftlich gesehen ein Abriss und Neuaufbau
mehr Sinn macht, wobei ich dann wieder als Kulturbanause abgestempelt
werde. Zurück in Edingburgh gab es dann Lunch und anschließend wollte
ich dann mein Rückfahrtticket kaufen. Wenn ihr euch fragt, warum ich
das erst dann machen wollte, dann muss ich zugeben das ich mich das
auch frage. Logischerweise war der Bus ausverkauft und das andere
Angebot von 44,5 Pfund habe ich dann dankend abgelehnt. So blieb ich
dann ausserplanmäßig eine weitere Nacht und im Nachhinein war das
garnicht schlecht, nur teurer. Als wir durch die Straßen liefen schien
uns eine Regenwolke zu verfolgen und wir lernten das schottische
Wetter kennen. Der Unterschied zwischen Sonne und Regen kann manchmal
wirklich 20 Meter ausmachen oder eine Ampelkreuzung. Ich
verabschiedete Flo und Micha am Bahnhof und es war schon wieder ein
Abschied, denn so bald sieht man sich nicht wieder, da wir alle
zeitnah zurückfahren. In diesen Momenten merkt man immer, wie wenig
Zeit uns in diesem Abenteuer noch bleibt. Schade drum. Ich ging wieder
zurück zum Hostel und nahm am hosteleigenen Pubcrawl teil, wieder
waren es so um die 20 Teilnehmer und es war ein lustiger Abend, da man
echt schnell Anschluß findet. Amis, Australier, Kanadier und und und
Leute von überall her, es macht echt Spaß und wir hatten nen geilen
Abend. Donnerstagvormittag ging es dann mit dem Bus wieder zurück nach
London, durch schöne Landschaften, entlang dem Meer, vorbei an
Schaafen und Kühen und tolles Wetter gab's umsonst dazu. 2 Stunden
vor London hatte der Bus dann eine Panne und wir warteten eine Stunde
auf einen Ersatzbus. Aber auch hier zeigten die Engländer Humor, nach
der Pannen-Durchsage spielte der Busfahrer "Always look on the bright
side of life" und hatte die Passagiere sofort auf seiner Seite.
Letztendlich kam ich dann eine Stunde später als geplant an.

Freitag ging es dann wieder arbeiten, Alan war von den zwei Stunden die ich da war 15 Minuten wach. In der Zeit erzählte ich ihm von meinem Berlin und Edinburgh Aufenthalt und danach schlief er sofort wieder ein. Ich traf mich später noch mit Diana auf ne Happy Hour bei Starbucks und am Abend dann auf nen Kerle-Abend mit Götz, Jonas und Lars, da die
Mädels eine Ladys-Night hatten. Nach ein paar Drinks ging es dann zum
ersten Mal ins
Casino in England, wo ich mit einem Plus von 15 Pfund rausging.
Anschließend ging es noch zu Jonas, wo wir eine Ewigkeit mit
Gesprächen über Gott und die Welt verbrachten.
Der Samstag wurde dann an der Oxford Street gestartet. Diesmal
erfolgreich für alle von uns. Anschließend ging es zu Michelle auf
nen Stück Kuchen und später wieder zu Jonas um such für die
anstehende Night-out in Stimmung zu bringen. Nach einer Ewigkeit ging
es mal wieder ins Purple Turtle und es war der Hammer! Wir hatten
schon so einige geile Clubnächte aber diesesmal war es die Steigerung
des Superlatives von "unfassbar geil". Ehrlich, legendär, es wird in
die Analen der Londoner Clubgeschichte eingehen. Wir haben durchgehend
alles gegeben, mitgegrölt, getanzt und brauchten vor Erschöpfung
einen eigenen Wasserspender. Durchgeschwitzt und total K.o. ging es
dann mit dem Nachtbus nach Hause, wo jemand noch ne Dose Bier springen ließ.


Am Sonntag schlenderten wir entspannt durch den Camden Market aber ich habe nichts von dem bekommen, was ich haben wollte. Da der Tag nach der vorausgegangenen Nacht spät startete, fuhren wir nach ein paar Stunden auch schon wieder weiter, es ging zum Dinner beim Kolumbianer.
Ich war vom Essen nicht ganz überzeugt und böse Zungen sagten sogar
"Es ist kein Wunder, dass kolumbianische Restaurants rar sind".
Letztendlich ließen wir den Abend im Pub ausklingen und gingen dann
erschöpft unserer Wege.

Also haltet die Ohren steif,

Nico

1 Kommentar 23.5.11 21:22, kommentieren

Home

Da isser wieder, der neue Blog.

Die vergangene Woche war entspannt.

Alan ist weiterhin im Hospitz und
stand Montag (16.5) wird er dort nun doch bleiben. CSV wird keinen
weiteren Volunteer stellen, da man die mentale Belastung, jemandem
beim sterben zu zusehen, keinem Volunteer auflasten kann (zum Glück
bin ich ja hier). Das Hospitz hat Arlene für den nicht allzu fernen
Abschied sensibilisiert, sie meinte zu mir, dass es sich um Wochen,
nicht um Monate handelt. Ich denke, dass sie es eingesehen hat und das eine gute Sache ist. Das Bad ist fertig aber Alan nach Hause zu holen, steht derzeit glücklicherweise nicht zur Debatte. Eventuell auch eine Kostenfrage?! Man würde einen Vollzeitpfleger benötigen und zwei
Krankenschwestern die 4 mal täglich kommen.

Ich habe mich auch soweit mit dem abgefunden, schon weitaus früher als Arlene aber dennoch war der Dienstag im Hospitz nicht leicht. Alan lag unbequem als ich ankam und als ich ihn ansprach fing er an zu weinen und hörte damit für 20min nicht auf. Selbst die Krankenschwestern wussten nicht weiter und gaben ihm eine Beruhigungsspritze. Daraufhin
schlief er wieder ein und als er aufwachte, begannen das Spiel von
vorne. Es gab also wieder eine Spritze. Ich glaube, dass Alan im Kopf
noch klar genug ist, um zu wissen was passiert. Er verzweifelt daran,
was verständlich ist aber kann selber nicht mehr kommunizieren, kein
Sprechen, keine Händedruck, kein Blinzeln zur Kommunikation. Er liegt
einfach nur noch da und starrt dich an oder vor sich hin. Ich weiß
nicht ob man sich selber, als Patient, damit abfinden kann aber es
muss die Hölle sein! Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass ich selber nur hilflos neben seinem Bett stehe und selber nichts machen kann. Was auch? Und gerade am Dienstag als er nur weinte, hat es mich berührt, so ganz Abstand bekommt man wohl doch nicht.

Der Rest der Woche war dafür schön. Montag gabs nen Kaffe im Green
Park und Mittwochabend nen Spaziergang entlang der Thamse. Am
Donnerstag ging es dann auf nach Berlin. Es war ne knappe
Angelegenheit, da die Tube echt ewig nach Heathrow braucht und man
mich zum falschen Gate lotste, letztendlich war ich dann aber doch 5 min vor Deadline eingecheckt. Der Flug war entspannt und ich muss
sagen, dass die Tomaten/Mozarella/Relish -Sandwichs
echt lecker sind, die BMI stellt. In Tegel wurde ich dann von Paul
abgeholt und ganz ehrlich, es ist unfassbar wie viel man sich zu
erzählen hat, obwohl er ja im Februar bei mir war. Danke nochmal fürs
abholen Paul!


Freitag fuhr ich mit meiner holden Frau Mama einkaufen und zum Frisör,
die fahrt dauert keine 2 min aber dennoch habe ich es geschafft vom
Blitzer erfasst zu werden. Ich hoffe mal das es weniger als 21 km/h zu
viel waren, sonst wirds wirklich teuer. Zum Kaffetrinken begann dann
die goldene Hochzeit meiner Großeltern mütterlicher Seits. Ich finde
es unglaublig, dass man seit 50 Jahren mit dem gleichen Partner
verheiratet ist und immer noch glücklich! Schön, dass es sowas gibt.
Bei Familienfesten ist es auch immer interessant, was man so über
seine Familie erfährt, vor allem sind es Dinge, die man vorher nicht
wusste und die einen überraschen. Also hört der buckligen
Verwandschaft beim nächsten Familienfest mal zu und ihr werdet überrascht sein was man da so mitbekommt. Die Feier an sich war
altersgerecht, Kuchen, Buffett, Entertainer und natürlich trugen auch
wir unseren Teil dazu bei.

Samstag ging es dann vormittags zu Oma, ein paar Stunden den Garten
auf Vordermann bringen und später durfte ich mich dann meinem
Papierkram zuwenden, was alles so anfällt in 5 Monaten. Dann war auch schon wieder Abends und es wurde gegrillt und danach war ich zu müde um noch feiern zu gehen, es wurde deshalb der "Eurovision Song Contest" verfolgt. Ein beeindruckendes Opening war es und der Rest
plätscherte eben so vor sich hin, dennoch waren Anke Engelke und
Stefan Raab die großen Sieger des Abends. Musikalisch war es sehr
gemischt, wie ein ESC halt so ist und die Punkteschieberei wurde auch
durch die neu eingeführte Jury nicht verhindert. Schade. Mein
Favoriten waren übrigens Island und Schweden.

Sonntag hab ich dann meinen Koffer ausgeräumt und es blieb wenigstens
Zeit sich auf einen Kaffe mit Lisa zu treffen aber sonst hab ich echt
keine Zeit für irgendwas gehabt. Nach dem Abendessen ging es dann auch
schon wieder zum Flughafen, mit leerem Koffer. Nach der nächtlichen
Ankunft habe ich dann noch einen sehr spontanen Kurztripp nach
Edinburgh gebucht und keine 24 Stunden später soll ich schon im Bus
dahin sitzen. Aber darüber berichte ich dann nächste Woche.

1 Kommentar 16.5.11 21:18, kommentieren

Ich brauch einen Carer!

 

Leute, kann das Leben entspannt sein. Ich lag 3 Tage durchgehend im
Bett, konnte weder sprechen noch essen, selbst Arlene hat sich um
mich gekümmert und wären die Schmerzen nicht gewesen, hätte es die entspannteste Woche in meiner Zeit hier sein können.

Aber nochmal von vorne. Nachdem meine Stimme sich entschieden hatte
eine Pause zu nehmen verbrachte ich den gesammten Sonntag im Bett (Fortsetzung: letzter Blog) und
schrieb Arlene eine Notiz, dass es mir nicht gut geht und ich zum Arzt
gehe, sollte es nicht besser werden. Doof dabei ist wieder einmal,
dass Engländer die Feiertage die aufs Wochenende fallen auf den
kommenden Montag verschieben (hatte ich nicht dran gedacht). Aufgrund dessen bin ich dann (auf anraten von Arlene)
Sonntagabend zum Arzt, da das auch keinen Unterschied machte. Also
ging es mit dem von Arlene gerufenen und bezahlten Taxi ins Walk-in- Center des nächstgelegenen Krankenhauses. Ich hatte es mit wie eine
Notaufnahme, mit stundenlangem warten vorgestellt, aber so war's
garnicht. Es gab vorher einen Termin mit 15 min-Zeitfenster und der
wurde auch eingehalten. Die Behandlung war zwar auch dementsprechend
aber so ist das halt. Blick in den Mund und der Spruch 'nimm die
Tabletten 3 mal täglich und gurgel mit Paracetamol gegen die
Schmerzen".
Also nahm ich das so hin, ließ mir von der blöden unfreundlichen
Schnepfe am Empfang einen Taxi rufen und fuhr wieder zurück. Der
Montag brachte auch keine Besserung aber Pia bat freundlicher Weise an
mir Gesellschaft zu leisten und sie schien Gefallen daran zu haben
mich ohne Stimme zu erleben. Also führten wir "Schreibgespräche" um
uns zu verständigen. Auch wenn es mir keine Besserung brachte verging
die Zeit schneller und es war schön nicht alleine in diesem mickrigen
Raum zu versauern. Danke nochmal Pia !
Der Dienstag verlief wie der Montag, keine Stimme, kein Essen, nur
notgedrungen etwas zu trinken von Zeit zu Zeit und die Tabletten
runterzwingen. Leider kein Besuch aber viel Schlaf und die Schmerzen
blieben mir treu. Mittwoch nahm ich mir dann nochmal vor zum Arzt zu
gehen, besorgte mir Jonas als Kommunikationshilfe, Begleitung und
Kumpane und Jonas machte einen tollen Job! Erst wurde mein GP
(Hausarzt) angerufen, der erst für Freitag nen Termin hatte und
deswegen ging es wieder zurück ins Walk-in-Center, wo ich Sonntag schon war und dort nahm dir Story ihren Lauf.
Nach einer ca. 20 minütigen Wartezeit kamen wir dann ins
Behandlungszimmer, vor Ort 3 Krankenschwestern und ich legte meinen
zuvor schriftlich erarbeiteten Krankenbericht vor (da ich immer noch
nicht sprechen konnte), ich weiß garnicht ob die Damen begriffen haben
das ich ihnen alles aufgeschrieben habe, denn sie fragten trotzdem
10mal nach
und Jonas durfte in meinem Namen erklären. Egal. Also wir spielten das
Ding nochmal durch, ich sollte den Mund öffnen und danach schaute ich
in erschrockenen Gesichter, die Eine meinte gleich das ich hier flasch
sei und man garnicht für sowas ausgerüstet ist. Häää...hab ich die
Seuche oder was? Beulenpest? Pocken? Cholera??? Nein, hatte ich nicht!
Dennoch entschied man sich dafür eine weitere offensichtlich nicht minderunkompetente Krankenschwester hinzuzuziehen. Bei dieser netten Dame scheiterte es
schon daran, den richtigen Patienten zu finden. Das war
folgendermaßen. Jonas und ich nahmen im Vorzimmer platz und die Nurse lief an uns vorbei ins Behandlungszimmer, kein Ding kann ja passieren.
Als die andere Krankenschwester sie darauf hinwies das wir draußen
warten reagierte sie erstmal nicht. Stattdessen ging sie auf den Patienten
im Behandlungszimmer zu und wurde ein zweites mal darauf hingewiesen,
dass das der falsche Patient ist. Erneut reagierte sie nicht und bat
stattdessen, den Patienten im Behandlungsraum den Mund zu öffnen. Als
sie diesesmal vom Patienten und ihrer Kollegin auf ihren Fehler
aufmerksam gemacht wurde hatte selbst sie es verstanden! Ich will
nicht unhöflich klingen aber als Patient kann man dann schon mal sein
Vertrauen in diese Leute verlieren! Ich tat es, wobei ich letztendlich
froh war, dass überhaupt was passiert. Also schaute auch sie mir in
den Mund und rief einen Krankenwagen, denn man hatte Angst, dass die
Vergrößerung der Schwellung mir meine Atemwege versperren könnte und
es gefährlich werden würde. Es folgte ein paar Telefonate, um herauszufinden
in welches Krankenhaus es gehen soll, bis dann der Krankenwagen eintraf.. Die Frau hatte auch gleich ihr gesamtes Equipment
bei und machte mir ein wenig Angst, dass sie die volle Pallette gleich
rausholt. Glücklicherweise war das nicht der Fall. Ein paar Momente
später (man war immernoch am Suchen wo es hingehen soll) traf dann
noch ein richtiger RTW ein, wenigstens waren die locker drauf. Mir war
mittlerweile eh alles egal, blöde auf die Leute um mich herum
einbrüllen konnte ich aus bekannten Gründen nicht und da ich eh schon
nen geschwollenen Hals hatte konnte ich auch keinen mehr bekommen.
Aber mein kleines Herz puckerte mit leicht erhöhter Gescwindigkeit vor
sich hin und meinen Puls konnte ich an meinem Hals spüren.
Letztendlich war ich glücklich, dass wir dann endlich in Richtung RTW
liefen, wobei wir in diesem auch 20 Minuten rumsaßen, da man noch auf
irgendwelche Formulare warten musste. Stellt sich letztendlich die
Frage, warum man so eine Panik schiebt, wenn alles sowieso ewig dauert?
Letztendlich ging es dann zur HNO-Klinik nähe King's Cross, dort
angekommen mussten wieder einmal Formulare ausgefüllt werden und es
hieß wieder warten. Nach einer knappen Stunde kam dann die
Krankenschwester um uns mitzuteilen, dass der Arzt gleich Mittagspause
und Schichtwechsel hat und meine Weiterbehandlung dann in ca. 45 min
erfolgen wird. Leicht angepisst und wortlos gingen Jonas und ich dann
zu seiner Wohnung (er wohnt gleich um die Ecke) und ich konnte meinen
Puls wieder an meinem Hals spüren. Ich glaube an diesem Tag war ich
wirklich zwischen totaler Gleichgültigkeit, Bedenken und einem
Tobsuchtanfall. Es ging letztendlich wieder ins Krankenhaus und nach
erneutem 30 min warten bekam ich dann wirklich einen richtigen Arzt zu
sehen, dass worauf wir zu diesem Zeitpunkt 4,5 Stunden suchten. Es ist
kaum zu glauben aber dann begann wirklich die Problemlösung! Es ging
wieder los, ich machte mit nicht ganz wenig Schmerzen den Mund auf und
er schob gleich einen metallernen Gegenstand nach, mir schoßen die Tränen in die Augen und dann begannen er zu erklären, was er
jetzt vorhatte. Betäubung, Schnitt, Spritze, absaugen, fertig. Klang
einfach und das war es für ihn sicherlich auch. Er legte wieder los,
es folgten Schmerzen, Würgereiz, Tränen, ekelhafter Geschmack im Mund
und irgendwann (nach der siebten etleerten Spritze) dann das worauf
ich gewartet hatte, es war vorbei! Die Schmerzen waren sofort weitaus
weniger, die Schwellung kleiner, meine Stimme teilweise wieder da und
nach einem Zwischenstopp beim Apotheker durfte ich dann gehen. Zur
Feier des Tages und aufgrund seiner Bemühungen lied ich Jonas zum
Milchshake ein (wobei mir wieder einfiel, dass Mc Donald's Milkshakes
keinen Geschmack haben) und so endete mein Mittwoch. Donnerstag
gönnten ich mir nochmal Ruhe und Freitag war ich dann in der Lage
Leute zu treffen. Ich lebte wieder! Es ging auf einen DVD-Abend zu den Kolumbianern und unsere Standardgruppe war auch dabei.

Samstag traf ich mich dann mit Götz und Jens an der Oxford Street und
später mit Alexa auf nen Eis. Abends ging es dann zur "Salsa-Party",
wobei meine Fitness nicht durchhielt und ich relativ früh ging und
Sonntag wurde Geburtstag auf kolumbianisch gefeiert. Naja, kind of.
Zum Abschluß des Wochenendes ging es dann noch mit Silke, Pia und Jens zum Spanier Paella essen und jetzt bin ich total K.O.


Fazit der Woche:
Krank sein in der Ferne kann auch angenehm sein, viele Smsen, Mails,
gute Besserungs Wünsche und einen liebenswerteren Besuch am
Krankenbett kann man sich garnicht wünschen. Als ich wieder halbwegs
fit war, waren alle froh, dass ich wieder dabei bin.
Das ist anders als zu Hause, da hieß es immer: 'Ja, schön das es dir wieder gut geht.
Dann bemerkste jetzt vielleicht, dass sich der Geschirrspüler nicht
von alleine ausräumt!'

 

In dem Sinne....tschüß Nachbarn 

 

1 Kommentar 9.5.11 23:14, kommentieren

Royal Wedding live! Im TV

meine treuen Follower, wieder ist eine Woche vorbei und meine Sanduhr,

die mit die verbleibende Zeit anzeigt ist nahezu am Ende.

Erstmal muss ich euch den Nachtrag zum offenen Ende meines vorherigen
Blogs erbringen. Arlene hatte am vergangenem Sonntag einen
Nervenzusammenbruch erlitten und daraus resultierte dann eine
"vorübergehende Amnäsie". Laut Erzählungen der Carer und Familie hat es sich wie folgt zugetragen. Vish übernahm seine Schicht im
Krankenhaus und offensichtlich war Alan wegen irgendwas genervt und
sauer auf Arlene. Als sie ihn fragte ob er wolle das sie sofort geht,
brüllte er ein JA heraus. Weswegen sie dann wutentbrannt das
Krankenhaus verließ. Als sie zu Hause ankam brüllte sie rum und
wusste nicht mehr, warum Handwerker im Haus sind und was die dort zu suchen haben. Desweiteren wiederholte sie alles was sie sagte mehrfach und direkt hintereinander. Darauf hin rief Alex mich an und fragte nach einer Nummer der Kinder um sie zu benachrichtigen, da Arlene in diesem Zustand eine Gefahr für sich selber war. Letztendlich erreichte
Alex eine Freundin die dann vorbeikam, als die Beiden in der Küche
saßen brach Arlene dann in Tränen aus. Aufgrund dessen beschloß die
Freundin, Arlene für eine Nacht zu sich zu nehmen, um ihr eine Pause
zu gönnen. Nach ewigen Telefonaten zwischen der Familie, den Carern
und mir haben wir dann einen Notplan für den kommenden Tag aufgestellt
um Alan von all dem nichts wissen zu lassen. Bis jetzt hat die Familie
alle Planungen an sich gerissen, selbst das Treffen und der Zeitpunkt
wann Arlene Freunde trifft ist durchgeplant. So wird Arlene wenigstens
total entlastet und ist jetzt ausgeglichen. Mittlerweile erinnert sie
sich auch wieder an alles, ausser Ostersonntag, teilweise wirkt sie
ein wenig wirr, aber auch das wird langsam besser.


Die Woche verlief relativ unspektakulär, ich schiebe weiterhin
regelmäßig meine Schicht an Alans Krankenbett und mach ein wenig
Hausarbeit aber sonst gab es nicht viel zu berichten.
Freitag war dann der große Tag der Royal Wedding, den ich gemeinsam mit Alan im Krankenhaus verbacht habe. Gemeinsam verfolgten wir die Geschehnisse live im BBC.
Meine persönlicher Expertenbericht dazu:

Ein wunderschöne Hochzeit wie ich sie nicht haben wollen würde. In der "Westminster Abby" waren ca. 2000 geladene Gäste, darunter die Familien und Freunde des Brautpaares, sowie Prominente und Monarchen aus aller Welt. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Beiden nicht mal 1/4 der Anwesenden persönlich kannten) Gegen 10:30 Uhr fuhr Prinz William, mit seinem Bruder und Trauzeugen Prinz Harry zur Abby, darauf folgten dann die Queen mit Ehemann und anschließend die Eltern der Beiden. Um 11 Uhr kam Kate dort an (zusammen mit ihrem Vater, in dem Rolls-Royce Phantom 6, der letztes Jahr bei Studentenkrawallen zerstört wurde) und man muss sagen, das Kleid war echt hübsch, genau wie die Frau die in dem Kleid steckte. Allgemein war die Zeremonie eher steif, alles nach Vorschrift und wirkte ein wenig altbacken und verklemmt. Die Queen sah alles andere als glücklich aus, es war immerhin die Hochzeit ihres Enkels!? Wie auch immer, nach gut 1,5 Stunden Trauung fuhr das frisch gebackene Ehepaar Catherine Elizabeth Mountbatten-Windsor, Duchess of Cambridge (voller Titel: Her Royal Highness Princess Catherine Elisabeth, Duchess of Cambridge, Countess of Strathearn, Baroness Carrickfergus, Master of Arts.) und Prinz William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, KG (voller Titel: His Royal Highness Prince William Arthur Philip Louis, Duke of Cambridge, Earl of Strathearn and Baron Carrickfergus, KG [Knight of the Order of the Garter]) in einer Kutsche zurück zum Palast. Nach offiziellem Fotoshooting und der Ankunft aller 650 Gäste zum Bankett kamen dann die Protagonisten auf den Balkon und küssten sich 2 mal. Sehr liebevoll aber nicht innig - verbietet wahrscheinlich der Anstand.


Freitagabend ging es dann nach meiner Schicht zur ZooBar am Leicester Square, wo wir die Puppen haben tanzen lassen, Hochzeitsnacht wollte aber keiner spielen . Ich spielte mal wieder
den harte Kern und blieb vom Anfang (mit Isa, Silke, Pia, Jens, Flo
und Jakob) bis Ende (mit Hanna) dort. Ich fand den Abend wieder
relativ gelungen und hatte Spaß, was ja die Hauptsache ist. Samstag
ging es dann nach gemeinsamen Lunch (Arlene und ein Teil der Familie)
in das Science Museum mit einem Teil unserer Kolumbianer (Pablo,
Diana) und anschließend in den Hyde Park zum Princesss Diana Memorial,
anschließend liefen wir Richtung Piccadilly Circus wo ich mit Jens,
Linda, Silke und Pia im "Korean Kitchen" zum Dinner stoppten. Aus
Höflichkeit werde ich jetzt natürlich nicht rausposaunen, dass Pia
sich mit Nudelsuppe und Stäbchen eher suboptimal machte, aber sie war stets bemüht. Den Abend ließen wir dann im allerseitigen
Einverständnis in Ruhe ausklingen, wir gingen ins Kino und sahen
"Source Code", ein Actionfilm mit denkbar schlechter Story und jeder
von uns 5 hat den Film auf seine Art und Weise verstanden oder auch
eher nicht. Nur ich konnte meine Meinung nicht kundtun, da nach
heftigen Halsschmerzen (die ich den ganzen Tag schon hatte) meine Stimme am Abend total versagte. Was daran interessant
ist... lest ihr nächste Woche!

1 Kommentar 5.5.11 14:15, kommentieren

Das ist ja wie Karaoke, Samba, Salsa und Ostern auf einmal!

Ja, ihr habt recht, das war es auch.
Sonniges Wetter, schweißtreibende Tänze und ne ganze Menge Spaß, dass war der Inhalt meines Wochenendes.

Aber erstmal kurz zum Wochenverlauf, ich hab regelmäßig Schicht bei
Alan im Krankenhaus und seit
Dienstag haben wir sogar nen vernünftigen Schichtplan, Nicholas (dem
Sohn meiner Service User) sei dank. Alan geht es so langsam besser,
aber dennoch ist er noch lange nicht gut dabei. Sein
Krankenhausaufenthalt wurde vorerst um eine weitere Woche
verlängert und danach soll er vorübergehend in ein Pflegeheim kommen.
Mal abwarten, der Plan mit dem Hospitz ist ja schon nicht aufgegangen,
da Arlene dem Team ne riesen Szene gemacht hat und man kein Bett mehr
frei hat. In der Zwischenzeit sind die Krankenschwestern immer mehr
angepisst von ihr und ich werde bewundert, wie ich das schon über nen
halbes Jahr durchhalte ohne mir ne
Kugel zu geben. Ja, ich bin hart im Nehmen wie es scheint. Lustig ist
auch, dass ich allen Krankenschwestern meine Story einzeln erzählen
darf, was ich hier mache, wie ich dazukomme und wer den Spaß
finanziert. Dabei ist auch das Länderraten immer wieder lustig, bis
jetzt wurde ich auf Spanier, Brite und Südeuropäer (ich weiß, dass
beinhaltet mehrere Länder) geschätzt. Was mir zumindest sagt, dass
ich keinen deutschen Akzent habe.

Aber jetzt zum Wochenende, nachdem ich meine Krankenhausachicht um 21:30 Uhr beendet habe, konnte
ich dann ins Wochenende starten. Wir gingen mal wieder in Murphie's
Karaokebar und waren diesmal zwischen 22 und 24 Uhr alleine dort. Das gab uns natürlich die Chance, unser gesammtes Gesangsgut zum Besten zu
geben. (Jana, für dich habe ich "Everything" von Michael Bublè
gesungen und dabei NATÜRLICH ganz fest an dich gedacht - so, haben wir
das auch geklärt) Gegen 24 Uhr bekamen wir dann Unterstützung von ca.
10 gut angeheiterten Briten und waren ne Stunde später schon wieder
alleine im Club und das zu Ostern, feiert da kein Engländer oder was?
Letztendlich ging es dann um 2 Uhr zur üblichen Schließzeit nach
Hause.

Der Samstag startete dann am späten Vormittag. Erst ging ich
auf nen Sprung im Krankenhaus vorbei, um Alan zum Geburtstag zu
gratulieren (der 78.) und danach traf ich mich mit Jens auf der Oxford
Street zum "kurze Hose" shoppen - natürlich ohne Erfolg. Also ging es dann in den Hyde Park wo Verena und später noch Laura mit Schwester zu uns stießen, bis der Regen dann einsetzte und wir uns nochmal in einen Shop verirrten. Zum Abendessen gönnten wir uns dann das "Vapiano" und
anschließend machten wir uns auf ins "Salsa", wo wir zu
südamerikanischen Rhytmen eine Tanzstunde unserer Kolumbianerinnen
bekamen. Ganz ehrlich, so
schlecht wie ich befürchtete war ich glaube ich garnicht, oder? Es war auf jeden Fall eine mörderische Hitze in dem
Club und ab und an gönnten wir uns eine Pause. Als der Club um 2 Uhr
dann seine Pforten schloss konnten wir noch einem spektakulären
Schauspiel beiwohnen: Zuerst brüllten sich 6-8 junge Leute ein wenig
an, bis dann die Fäuste flogen und anschließend dann Glasflaschen zur
Schonung der eigenen Fäuste zweckentfremdet wurden. Als dann auch noch
kurzerhand eine Eisenstange aus dem Ärmel geschüttelt wurde waren
auch wir für einen Moment unruhig. Gerade als die Flüchtenden dann
in unsere Richtung rannten. Ich frag mich immernoch wo der Typ die Stange
hergezaubert hat und sowas zum Osterfest. Nachdem man sich dann wieder einbekommen hatte, ging jeder so langsam seiner eigenen Wege und die die noch nicht Müde waren, machten sich schon in der Nacht erfolgreich auf Ostereiersuche (da sie nicht bis zum Morgen warten wollten) und so waren wir schon mittendrin im
Ostersonntag. Dieser wurde meinerseits im Green Park mit Pia
verbracht, wieder einmal ein Buddy-Klatsch und diesmal Sonne pur. Abends ging es dann mit Jens und Pia ins "Nando's" zum Abendessen und nach einer kleinen Weile Livemusik im Covent Garden (von meinem hiesigen lieblings Straßenmusiker) wurde dann der Ostersonntag entspannt beendet ... wäre da nicht ein unerfreulicher Anruf von Alex, dem Vollzeitcarer. Sie teilte mir mit, dass Arlene einen Zusammenbruch erlitten hatte und was wann wie wo
war, berichte ich dann, wenn ich mehr weiß. Erstmal bin ich geschockt!

 

PS: Jens, Danke, that's what friends are for

25.4.11 01:04, kommentieren